Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 14. Dezember 2017, 22.25 Uhr, SRF 1
Die Trefferquote von Wettervorhersagen betragen seit Jahren nicht mehr als 85 Prozent. Noch immer ist es für Meteorologen schwierig, das Wetter genauer voraussagen zu können. Und dies, obwohl heute mehr und detailliertere Daten in die Wettermodelle einfliessen als noch vor zehn Jahren. «Einstein» zeigt, wie die Wissenschaft versucht, das Rätsel Wetter zu lösen, um es besser vorauszusagen zu können. Tobias Müller moderiert die Sendung.
Chaotisches Wetter
Gewitter, Hagel oder Stürme: Manche Wetterphänomene sind für die Meteorologen nicht vorhersehbar – und dies trotz immer besserer Wetterdaten. Denn Wetter ist physikalisch gesehen ein sogenanntes chaotisches System – es ist unmöglich, die Dynamik aller Moleküle, die das Wetter beeinflussen, zu bestimmen. Ein extremes Beispiel, für ein Wetterphänomen, das kein Meteorologe voraussagen konnte, war der Sturm Lothar, der am 26. Dezember 1999 mit Spitzenwindgeschwindigkeiten über die Schweiz fegte und nichts als Tod und Verwüstung hinterliess.
Wie wird das Wetter im kommenden Sommer?
Wetterprognosen über Wochen, ja Monate, das gibt es nicht? Falsch. 150 Wissenschaftler arbeiten in England an Prognosen, die bis zu einem halben Jahr vorausschauen können. Sie sammeln täglich Millionen von Wetterdaten und füttern damit ihren Supercomputer. Die Resultate nutzen auch die Prognostiker bei Meteo Schweiz. Denn auch für die Schweiz gibt es Prognosen über ganze Jahreszeiten. Die werden zum Beispiel für Stromhändler immer wichtiger.
Mit Drohnen gegen Prognosefrust
Wie aus einem persönlichen Frust eine weltweit einzigartige Innovation wurde: Das ist die Geschichte von Martin Fengler. Der Meteorologe wollte seinen Flugschein machen, wurde auf dem Flugplatz aber immer wieder vom Nebel ausgebremst – obwohl sämtliche Wettermodelle schönes Wetter vorausgesagt hatten. Fengler machte sich auf die Suche nach den Ursachen und entwickelte eine Drohne, die in den untersten zwei Kilometern über Boden die Atmosphäre vermisst. Über diese Grundschicht wissen die heutigen Wettermodelle praktisch nichts. Dank den Daten von Fenglers selbstgebauter Drohne werden die Wettervorhersagen deutlich präziser.
Der Wetterschmecker von St. Moritz
Kaum wo in der Schweiz ist das Wetter so schwer vorherzusagen, wie im Engadin. Wenn jedoch einer das kann, dann ist das Alfred Riederer. Der ehemalige Pilot und Hobbymeteorologe war jahrelang der Wetterfrosch von Radio Piz. So kann er nicht nur auf einen grossen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Alfred Riederer weiss auch, welche Bauernregeln etwas taugen und welche nicht. Vor allem aber beschäftigt er sich mit einem oft missverstandenem Engadiner Wetterphänomen: der Malojaschlange. Deren Auftauchen kann der Wetterschmecker sogar vorhersagen.




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